Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leserinnen und Leser,
wir leben in einer bewegten und bewegenden Zeit. Eine Zeit der Brüche und Umbrüche. Die Zeit, die nach dem Angriff Putins auf die Ukraine, dem Überfall der Hamas auf Israel und dem Gaza-Krieg; der Wunschgriff Trumps nach Grönland; die stärker werdenden Proteste gegen das Regime im Iran und den anderen kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Erdball zwischen Krieg und Frieden steht. Und innerkirchlich sind wir schon mitten in ähnlichen Brüchen und Umbrüchen.
Aus vielen Pfarreien, Kuratien, Filialen werden "Pastorale Räume" gebildet. Wir gehören zum pastoralen Raum Würzburg Nord-West. Noch können meist wenigstens an den Sonn- und Festtagen Eucharistiefeiern bei uns gehalten werden. Aber wir werden in Zukunft bestimmt auf manche liebgewordene Gewohnheiten verzichten müssen. Mitten in diese Umbrüche hinein haben wir wieder Weihnachten gefeiert die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Und die hatte Folgen: Zum Beispiel die, dass wir heute unsere Zeitrechnung in die Zeit "vor Christus" und "nach Christus" teilen. Mit der Geburt JESU CHRISTI, seinem Tod am Kreuz und seiner Auferstehung hat Gott selbst die Bilder von Gott auf den Kopf gestellt. Paulus sagt: "für Juden ein Ärgernis, für Heiden eine Torheit" (1 Kor 1,23)
Wir stehen am Anfang eines Neuen Jahres. Mit dem Fest der "Taufe des Herrn" ist der Weihnachtsfestkreis zu Ende gegangen. Die "Zeit im Jahreskreis" macht uns Mut, uns den Herausforderungen unserer Zeit, dem Alltag, zu stellen. Und wir sind auf den Weg durch die Zeit gerufen, auch neue Wege zum Kirche sein zu entdecken. Vielleicht müssen wir auch manches auf den Kopf stellen. Für einige wird dies ein Ärgernis sein, für andere eine Torheit ABER: Wer nichts wagt, der gewinnt auch nichts!
Der Liedermacher Klaus Hoffmann erzählt in einem Lied von einer geheimnisvollen Kraft, die es möglich macht, unbekannte, risikoreiche Wege zu gehen. Der Liedtext lautet:
Etwas in dir wird dich tragen, wenn du glaubst, zu schwer zu sein; etwas lässt Dir Flügel schlagen, wenn du trudelst wie ein Stein. Etwas, irgendetwas wird da sein, wenn du schon nichts mehr siehst; Etwas wird dich nachts begleiten, wird dich führen, wird dich leiten, Wenn du durch dein Dunkel gehsat. Eine Stimme wird dich tragen, den Rest besorgt die Zeit. Spann nur deine Flügel weit und breit, den Rest besorgt die Zeit. Etwas in dir wird dich lenken, wenn du denkst allein zu sein; etwas wird dir Größe schenken, fühlst du dich auch noch so klein. Etwas, irgendetwas wird dich lehren, wenn du traurig bist; etwas wird dich ruhig betten, wird dich schützen, wird dich retten, wenn du durch die Wolken ziehst. Du musst dich nur noch wagen. Schau dich nur im Spiegel am; schau dir deine Flügel an... Lass sie ruhig reden; nimm es nur an: es ist Dein Leben! Spann nur deine Flügel weit und breit, den Rest besorgt die Zeit.Ohne, dass Gott in diesem Text genannt wird, ist und bleibt Er für mich diese Kraft, dieser Begleiter, dieser Helfer, der stets an meiner Seite ist, der mich nie verlässt und nie vergisst!
Diese Erfahrung der liebenden Nähe Gottes wünsche ich uns allen, auch für unsere Pastoralen Räume!
Diakon Rudolf Haas - im Namen unseres Pastoralteams