Katholische Kirchen Zell a. Main bis Leinach

platzhalter vorwort© Friedbert Simon in Pfarrbriefservice.destellen wir uns vor, jemand macht eine anstrengende Bergwanderung. Es ist sehr heiß und der Weg ist sehr steil. Nach einer langen Wanderung erreicht er schließlich den Gipfel. Er genießt die Aussicht und ist stolz auf sich. Aber erst wenn er kurz darauf beim Abstieg eine Quelle frischen Bergwassers entdeckt, ist er wirklich glücklich. Wenn man sich erfrischt und den Wasserhaushalt wieder auffüllt, kann man den Abstieg ins Tal besser schaffen.

„Quelle und Höhepunkt"
Die Heilige Eucharistie wird vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) als „Quelle und Höhepunkt“ unseres Glaubens
bezeichnet. Quellen und Gipfel sind oft schwer zu erreichen, aber der Weg lohnt sich. Für die katholischen Christinnen und
Christen in Leinach, Erlabrunn, Margetshöchheim und Zell ist das Sakrament der Eucharistie, die Heilige Messe, leicht erreichbar. In unseren vier Pfarreien (incl. Seniorenheim und Tagespflegen), die nahe beieinanderliegen, haben wir in der Regel zwölf Eucharistiefeiern pro Woche. Die „Quelle“ und der „Gipfel“ liegen also vor der Haustür.
Nicht umsonst sagt der Volksmund: „Was nichts kostet, ist nichts wert“. Viele von uns haben sich so sehr an die gute „Versorgung“ mit Eucharistiefeiern in unseren Gemeinden gewöhnt, dass wir gar nicht mehr richtig wahrnehmen, wie gut
wir es haben. Denn die Teilnahme an der Messe, sei es am Sonntag oder am Werktag, ist nicht so sehr eine Pflicht als vielmehr ein großes Geschenk, das wir empfangen dürfen. Wir dürfen Eucharistie feiern und erfahren, dass der auferstandene Herr Jesus Christus unter uns ist, dass er in seinem Wort zu uns spricht und sich uns in den Zeichen von Brot und Wein schenkt. Jede Eucharistiefeier, auch die einfachste Werktagsmesse, ist für uns ein Vorgeschmack auf das nie endende Fest, zu dem Gott uns
alle einmal in sein Reich einladen will. Die Eucharistiefeier soll der Höhepunkt eines jeden Tages sein. Die Eucharistiefeier ist somit eine Quelle, aus der wir immer wieder neue Kraft für unseren Alltag schöpfen können.
Eucharistie lebt von der Wiederholung
Wenn wir das so sehen, dann sollten wir uns nie fragen, ob wir zur Messe gehen müssen, sondern wir sollten uns sagen, dass wir zur Messe gehen dürfen. Ein begeisterter Bergwanderer würde nie sagen: „Oje, jetzt muss ich auf diesen steilen Gipfel“ oder „Jetzt muss ich auch noch aus dieser kühlen Quelle trinken“. Er freut sich auf die Wanderung, er genießt die Aussicht auf dem Gipfel, er erfrischt sich an der Quelle - und er ist dankbar.

Dariusz Kowalski, Pfarrvikar